Errichtet in der adaptierten früheren Kosmanoser Kattunfabrik als Filiale der Prager Landesirrenanstalt mit dem Charakter einer Pflegeanstalt. Am 27. April 1869 mit dem ersten Kranken belegt.
Ursprünglich auf das sog. 'alte Haus' (St. in der Planskizze) beschränkt, wurde die Anstalt in den Jahren 1892-1897 beträchtlich durch Neubauten erweitert und am 1. Juli 1897 für eine selbständige Anstalt mit eigenem Aufnahmsrayon (Nord- und Nordost-Böhmen) erklärt.
In den Jahren 1901-1902 weitere Erweiterungsbauten; auch ein eigenes Leichenhaus mit modern eingerichtetem Seziersaale wurde errichtet.
Im Jahre 1906 wurde, um den Kranken Gelegenheit zu landwirtschaftlichen Arbeiten zu geben, die Einschichte Těschnov angekauft; für später ist hier der Bau einer Arbeiterkolonie geplant.
Im Jahre 1909 wurde mit dem Bau von zwei neuen Pavillons — streng nach dem Muster der Pavillons für Ruhige in der neuen Bohnitzer Anstalt — begonnen; die Belegung dieser für ja 95 Kranke bestimmten Pavillons ist für die zweite Hälfte des Jahres 1911 in Aussicht genommen.
Gegenwärtiger Belegraum 1139 Plätze (714 für Männer und 425 für Weiber); dabei besteht die Anstalt (abgesehen von der Einschichte Těschnov) aus 17 mehr weniger grossen Gebäuden, davon 9 speziell zur Unterbringung von Kranken bestimmt. Seit 1897 besteht elektrische Beleuchtung; in den neueren Gebäuden besteht Zentralheizung, in den übrigen sind Meidinger'sche Oefen eingeführt.
Im Jahre 1900 wurde ein Zentralbad eingerichtet, nebstdem sind auf sämtlichen Abteilungen für bettlägerige (und überwachugnsbedürftige) Kranke eigene Badestuben errichtet. Ein eigenes Pumpwerk führt aus drei, dem Iserflusse nahegelegenen Brunnen der Anstalt Wasser zu.
Die Anstalt besitzt eine landwirtschaftliche Kolonie, dann Schuhmacher-, Schneider-, Strumpfwirker-, Tapezierer-, Buchbinder-, Tischler-, Klempner-, Schlosser- und Lackiererwerkstätten; überall hier und sonst Kranke beschäftigt.
Aus: Die Irrenpflege in Österreich in Wort und Bild. Redigiert von Dr. Heinrich Schlöss, Halle 1912