Die Anstalt wurde im Jahre 1888 als Landes-Zwangsarbeitsanstalt an der östlichen Peripherie der Stadt, hart an der vorbeiführenden Brünner Reichsstrasse, auf einem Areale im Gesamtmasse von 1 Joch 910 Quadratklafter erbaut.
Auf einer Anhöhe vollkommen isoliert gelegen, ist sie durch das breite Igital, dessen hügelige Gelände mit park- und waldartigen Anlagen bepflanzt sind, und im Hintergrunde von der langgezogenen Ostseite der Stadt mit ihren zahlreichen Türmen von dieser getrennt und bietet von der Front aus einen höchst malerischen Blick auf das landschaftlich reizende, turmgekrönte, mittelalterlich anmutende Stadtbild, während sie rückwärts an weitausgedehntes Ackerland grenzt.
Als im Jahre 1902 der schon lange andauernde Notstand der beiden Landes-Irrenanstalten Brünn und Sternberg in bezug auf die Unterbringung der immer mehr anwachsenden Zahl der Kranken seinen Höhepunkt erreichte, die Behebung desselben aber durch Errichtung einer schon damals geplanten dritten Anstalt grösseren Stils immerhin noch mehrere Jahre dauern konnte, sah sich der Landesausschuss gezwungen, Mittel und Wege zu finden, mit denen unverzüglich zum mindesten auf eine Zeitlang diesem Notstande Abhilfe gebracht werden könnte.
Die äusserst günstige Situation der Zwangsarbeitsanstalt in Iglau, die leichte Möglichkeit, dieselbe im Bedarfsfalle durch Erwerbung angrenzenden Terrains in beliebigem Ausmasse auszugestalten, ihre Lage im südwestlichen Teile Mährens, der als Aufnahmsgebiet für Geisteskranke einer Anstalt entbehrte, veranlasste den Landesausschuss, dieselbe als solche aufzufassen und in eine Irrenanstaltsfiliale umzugestalten.
Dei zu diesem Zwecke notwendigen baulichen Adaptierungen und Anschaffungen wurden mit aller Beschleunigung und einem Kostenaufwande von
Aus: Die Irrenpflege in Österreich in Wort und Bild. Redigiert von Dr. Heinrich Schlöss, Halle 1912