Die Anstalt wurde in den Jahren 1876 bis 1881 vom Landesausschusse des Königreiches Böhmen auf einer leichten Anhöhe nahe Dobřzan, zwei Eisenbahnstationen von Pilsen entfernt im Pavillonsystem mit einem Kostenaufwande von
Sie besteht aus:
An Epilepsie leidende Kranke sind grösstenteils in einem Pavillon vereinigt, ebenso an Tuberkulose leidende Kranke in abgesonderten Sälen der somatischen Abteilung untergebracht.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Heil- und Pflegeanstalt besteht, bis auf die Krankenaufnahme, bei der hochgradigen Ueberfüllung nicht mehr.
Aus: Die Irrenpflege in Österreich in Wort und Bild. Redigiert von Dr. Heinrich Schlöss, Halle 1912
| Höchst | Normal | Belegt |
| 2909 | 2000 | 2171 |
124 ha Gesamtfläche des Grundstücks.
Eigener Bahnhof, Bahnlinie geht aber durch das Protektorat; 15 km zum nächsten Bahnhof. 60 km zum nächsten deutschen Krankenhaus. Chefarzt Dr. jur. Dr. med. Hever. Ein "impulsiver Oesterreicher", der bakteriologisch und internistisch interessiert ist. Spezial-Kinderabteilung!
Die Anstalt besteht aus einer Serie grosser Häuser im Korridorsystem mit grossen, nüchternen Sälen und schlechter Ventilation. An Therapie steht die Arbeitstherapie im Vordergrund. - Die eigene Ernte und die der weiteren Umgebung wird von den Kranken eingebracht. 70 Kranke in Familienpflege, für die die Anstalt Geld bekommt.
Die Wirtschaftsräume, Küche und Waschhaus sind hell und modern und genügen einer Kapazität von 3.600.
In der Kinderabteilung eine 3klassige Hilfsschule und Vorschule, die von 5 Nonnen geführt wird. Sehr unruhiges Material; 20 Zellen teils noch in Betrieb, vergitterte Fenster.
Eingerichtet wird ein grosses Labor, das Chefarzt der Infektionsabteileung früher schon mit Vorliebe getrieben hat.
Werkstättenhaus vorhanden, eigene Ziegelei zugekauft. Der Gutshof ist gut angelegt und erweiterungsfähig. - Röntgen vorhanden, Elektroschock bestellt.
Verwendungsvorschlag: Heilanstalt
Aus: BAB, R 96 I/15, Abschlussbericht über Planung "Sudetenland" vom 4.–13. August 1942