In den vergangenen Jahren wurden von den Mitarbeitern der "Euthanasie"-Gedenkstätten in Hartheim (Oberösterreich) und Pirna-Sonnenstein (Sachsen) systematisch die Namen von Opfern der "Aktion T4" erhoben. Ziel beider Gedenkstätten ist jeweils die Erstellung eines "Buches der Opfer", in dem möglichst alle Ermordeten genannt werden, um diesen Namen und Identität wiederzugegeben und den Angehörigen die Möglichkeit zur Trauer bzw. zum Gedenken zu bieten.
Dazu wurden Akten des Bundesarchivs Berlin, Unterlagen der sog. Zwischenanstalten und vieler weiterer Archive eingesehen und ausgewertet. Auf diese Weise konnten ungefähr
Die noch nicht erfaßten Opfer stammen zumeist aus den ehemaligen deutschen bzw. deutsch besiedelten Gebieten, die heute zur Tschechischen Republik gehören. Die Quellen geben dazu eindeutige Hinweise. Beispielsweise werden in den Planungsunterlagen der "Euthanasie"-Zentrale auch sudetendeutsche Heil- und Pflegeanstalten genannt. Als Ort an dem die Bewohner dieser Einrichtungen eines gewaltsamen Todes starben, kommen sowohl Pirna-Sonnenstein als auch Hartheim in Betracht.
Aus diesem Grund beantragten der Verein Schloss Hartheim in Österreich, das Institut für Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik (Prag) und die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft (Dresden) ein gemeinsames Projekt zur Erforschung der nationalsozialistischen "Euthanasie" auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik.